Matthias Schweighöfer 11 Kommentare06.08.2010

Sein Vater war ein Stasi-Spitzel

Unerfreuliche Neuigkeiten für den Jungschauspieler ("Zweiohrküken"). Sein Vater Michael arbeitete in den 70ern ein Jahr lang als inoffizieller Mitarbeiter für den Staatssicherheitsdienst der DDR.

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Könntet ihr eurem Vater einen Fehler aus der Vergangenheit verzeihen?

  • Klar, jeder macht Fehler und lernt hoffentlich daraus
  • Ich wäre auf alle Fälle sehr enttäuscht

Es dürfte für den deutschen Jungschauspieler ein unerfreulicher Gruß aus der Vergangenheit gewesen sein. Absender: die Birthler-Behörde, also die Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen.

Matthias Schweighöfers (29) Vater Michael Schweighöfer (58) arbeitete geraume Zeit als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) bei der Staatssicherheit der DDR. Laut "Bild.de" verpflichtete er sich im Dezember 1975 und beschaffte während seines Militärdienstes bei der NVA ein Jahr lang Informationen über seine Kameraden. Sein Deckname: Paul Reuer.

Im Bild-Interview sagte er: "Als junger Soldat habe ich einen schlimmen Fehler gemacht und eine Verpflichtungserklärung als Stasi-IM unterschrieben. Die Stasi-Leute drohten mir an, dass ich meinen Beruf als Schauspieler nicht mehr ausüben kann, wenn ich nicht mitmache. Diesem Druck war ich nicht gewachsen."

Nach einer anfänglichen Arglosigkeit will er die tatsächliche Tragweite dieser Arbeit erkannt haben. Schweighöfer Senior weiter: "Mir war erst gar nicht klar, worauf ich mich da eigentlich einlasse. Schnell wurde mir bewusst, wie furchtbar das ist, was ich da mache. Ich versuchte, mich von der Stasi zu distanzieren, doch das war sehr schwer."

Wie auch in den Akten notiert, endete die Zusammenarbeit Anfang 1977. Nach seiner Armeezeit brach Schweighöfer den Kontakt zur Stasi ab, deren Offiziere traten aber in den Folgejahren immer wieder an den Schauspieler heran, um an Informationen über dessen Kollegen zu gelangen. Schweighöfer ließ sich nicht darauf ein.

Mit seiner heutigen Familie habe Schweighöfer nach der Wende offen über die Stasi-Zeit gesprochen, mit seinem Sohn Matthias aber noch nicht (Matthias Schweighöfers Eltern trennten sich, als er drei Jahre alt war.) Den Mut habe er bislang nicht besessen, räumte Vater Schweighöfer ein.

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Kommentare

luckystar B-Promi 09.08. 22:04 Uhr 1 2

Nun wissen wir also das der Vater von M. Schweighöfer bei der Stasi war..und weiter? Was hat es für Konsequenzen?

Petzen! #11

Tabasco Groupie 09.08. 21:09 Uhr 6 1

W E N ?????

Petzen! #10

superhans2010 Groupie 09.08. 12:53 Uhr 3 8

Pikant daran ist, daß Matthias Schweighöfer sich mit seinem Ostalgie-Film Friendship! an der Verharmlosung des DDR-Systems beteiligt. Passend zur filmischen deutschen Geschichtsaufarbeitung, wird diese Zeit gerne auf einen lustigen Dialekt reduziert. Hitler hat komisch geredet, Honecker auch. Friendship!, Go Trabi go, Sonnenallee ... so war es leider nicht - die Filme sind Balsam für jeden IM - unnütz und sogar gefährlich. Hiermit grüße ich herzlichst Florian Maria Georg Christian Graf Henckel von Donnersmarck.

Petzen! #9

NadineDamerow Normalo 09.08. 12:28 Uhr 3 0

Tut mir leid für Matthias aber mein gott...es gibt schlimmeres...das is nu schon lang her und geht eigentlich auch keinen was an! Nur seinem Sohn hätte er ess ruhig sagen können...so is es viel peinlicher weils jetzt JEDER weiß!

Petzen! #8

lale Jetsetter 09.08. 11:37 Uhr 3 7

Feige und profillos.

Petzen! #7

Mela Jetsetter 08.08. 17:09 Uhr 30 3

Der hat keine Einzelheiten verschwiegen, sondern alles. Sein Sohn steht in der Öffentlichkeit. Wenn mir das Verhältnis zu meinen Kindern etwas wert ist, dann kläre ich sie ein wenig auf. Man muss dabei nicht ins Detail gehen. Sein Vater war Schauspieler, die zählten auch im Osten zu den Freidenkern, obwohl es auch unter denen sicher auch Mitläufer gab. Ich kenn einige Ossis, die mit dem System der Stasi nicht klar kamen und die, bevor sie sich haben verbiegen lassen und ihre Würde dabei verloren hätten, Ausreise beantragten und auch ins Gefängnis kamen. Für sie war das Stasisystem so furchtbar, dass sie keine Mitläufer hätten sein können. Die haben gewusst, was das ab ging oder haben es nicht wissen wollen. Man muss dafür nicht studiert haben um festzustellen, dass ich von einem System manipuliert und die Daumenschrauben angelegt bekomme. Egal, fehlt der Mut und ich bin MItläufer gewesen, dann habe ich spätestens nach der Wende und den folgenden Aufarbeitungsjahren gewusst, dass ich meinen Kindern etwas erklären muss. Steck ich stattdessen meinen Kopf in den Sand und verdränge, ist dass ziemlich arm. Vielleicht hätte ich mich ja durchs Leben mogeln können...
Egal ob man im Westen oder Osten gelebt, Feigheit ist ein Charakterzug. In Extremsituationen zeigt es sich, wessen Geisteskind man is. Feige Mensche haben keine Tugenden wie Vertrauen und Ehrlichkeit. Es geht ihnen nur um ihren Ego. Bei mir hört die Freundschaft bei Feigheit auf, weil es im Leben immer wieder Situationen gibt, in denen diese Menschen zeigen, dass ihnen jegliche soziale Kompetenz fehlt.
Tut mir Leid, dass Leben ist kein Ponyhof.

Petzen! #6

sarkasmus666 B-Promi 08.08. 15:34 Uhr 11 13

oooh der arme ossi wird nicht anerkannt und braucht mitleid!!!das ist echt erbärmlich!!!hat er das auf der schauspielschule gelernt???

Petzen! #5

zuckerschnute B-Promi 08.08. 11:28 Uhr 7 17

Jeder, der von der Stasi angeworben wurde oder mit Verwandten über die Zeit früher gesprochen hat, kann verstehen, dass man darüber nicht gern spricht. Leute wurden bedroht und drangsaliert, um als IM zu arbeiten und darauf ist man sicher nicht stolz. Es ist nicht als Schwäche zu werten, wenn man dem Drängen nachgab und damit sich selbst und seine Familie schützen wollte. Und es ist auch nicht feige, wenn man den Kindern Einzelheiten bisher verschwiegen hat, sondern vielleicht eher Scham... Ich war übrigens nicht betroffen... war ja noch ein Kind!

Petzen! #4

Mela Jetsetter 07.08. 20:43 Uhr 19 1

Was kann man als Kind für die Fehler der Eltern? Nichts. Man is dafür auch nicht verantwortlich. Aber krass ist das schon, dass der Vater bisher zu feige war, mit seinem Sohn zu reden. Feigheit find ich ziemlich wiederlich. Feigheit schreckt vor Nichts zurück. Menschen, die feige sind, versuchen sich durchs Leben zu mogeln. Aber irgendwann kommt immer alles ans Licht. Man kann alles verstehen, aber ob man noch bereit zum Verzeihen ist?

Petzen! #3

sonnenscheinchen B-Promi 07.08. 15:06 Uhr 8 5

Meine Güte davon geht doch die Welt nicht unter, ist ausserdem lange her, Schwamm drüber und Papa mal dolle lieb drücken und ihm ins Ohr flüstern, niemand ist unfehlbar.

Petzen! #2
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