17.08.2010

Nadja Benaissa: Das Protokoll ihrer Aussage

Ungeschützter Sex trotz HI-Virus – am Montag äußerte sich die Sängerin in ihrem Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung vorm Darmstädter Amtsgericht.

Nadja Benaissa ist in fünf Fällen angeklagt – davon einmal wegen vollendeter und viermal versuchter Körperverletzung. Die Sängerin soll mit drei Männern insgesamt fünfmal ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt haben, ohne sie zuvor über ihre HIV-Infektion zu informieren. Einer der Männer soll sich bei ihr mit HIV infiziert haben.

Beim Prozessauftakt schilderte Nadja Benaissa (28) in einer von ihrem Anwalt verlesener Erklärung ihren Lebensweg und nahm Stellung zu den Vorwürfen. "Bild.de" veröffentlichte das Protokoll des ersten Verhandlungstages.

Über ihre Jugend und Drogenvergangenheit:

"Ich wurde 1982 geboren und wuchs in Langen auf. Mit zwölf bekam ich Probleme und geriet in den falschen Freundeskreis. Ich geriet auf die schiefe Bahn und nahm Drogen. Erst Alkohol und Gras. Mit 14 wurde ich dann cracksüchtig. Ich landete auf der Straße. Zu meinen Eltern hatte ich zu dieser Zeit ein sehr schlechtes Verhältnis."

Über ihre Schwangerschaft und die eigene Infektion mit dem HI-Virus:

"Mit 16 habe ich dann erfahren, dass ich schwanger war. Ich habe es als Chance gesehen, von der Droge loszukommen. [...] Im 3. Monat der Schwangerschaft habe ich erfahren, dass ich positiv bin. Ein Jahr vorher war ich noch negativ. Es muss also irgendwann dazwischen passiert sein. Ich war damals sehr schwach und dachte, nicht mehr lange zu leben. Ich habe es damals als letzte Chance gesehen, mein Leben in den Griff zu bekommen."

Über ihren Umgang mit der Krankheit:

"Mir wurde von Ärzten gesagt, dass das meine Privatsache ist. Ich wollte meiner Tochter ersparen, ausgegrenzt zu werden. Es gibt so viele Vorurteile, was Aids angeht. Als ich von meiner Infektion erfuhr, dachte ich: Okay, ich habe Mist gebaut und jetzt geht's weiter. [...] Im Nachhinein war die Drogensucht schlimmer als die HIV-Infektion. Solange sich nichts ändert, habe ich die Infektion immer beiseite geschoben und versucht, ein normales Leben zu führen. 2005 ging es mir dann nicht mehr so gut. Ich bekomme seitdem Medikamente. Danach ging alles gut bis zum Frühjahr dieses Jahres. Das war wohl die ganze Belastung. Seit der Entlassung aus der U-Haft war ich ständig gehetzt."

Über den Hergang einer der zu prüfenden Infektionen:

Den Nebenkläger habe sie "etwa 2000 kennen gelernt. Bei einem Konzert in München, das wir beide besucht haben. Es war zunächst nur eine oberflächliche Bekanntschaft. 2004 sind wir dann mal ausgegangen. Wir haben Alkohol getrunken. Schließlich gingen wir wieder nach Hause. Dort ist es dann passiert. Wir haben uns dann noch ein paar Mal getroffen. Ich hatte damals noch eine andere Beziehung [...]."

Im Februar 2007 habe Nadja Benaissa von der HIV-Infektion des Nebenklägers erfahren: "Ich war damals in einem Hotel in Berlin. Es war genau die Zeit unseres Comebacks. Am nächsten Tag kursierten die Gerüchte bereits überall im Internet. Der Druck war unerträglich. Zusätzlich zu den schweren Schuldgefühlen hatte ich von allen Seiten Terror. Ab da konnte ich nichts mehr richtig machen..."

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Geständnis im
„HIV-Prozess“

16. August 2010 - Die mit dem HI-Virus infizierte Sängerin hat gestanden, ungeschützten Sex gehabt zu haben. Seit Montag, dem 16.08.2010, steht der Popstar vor Gericht.

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