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Die Flop-Shows von ARD und ZDF

TV-Flops von ARD und ZDF
FOTOS: Deutschlands wichtigste Moderatoren

Keine Sternstunden für ARD und ZDF: "Einfach magisch", "Gottschalk Live" und "Wetten, dass..?" mit Markus Lanz (v.l.)  © [M] ddp images

Die öffentlich-rechtlichen Sender haben in letzter Zeit einfach kein gutes Händchen für Shows. Das Quoten-Debakel um die "Stadlshow" ist nur das letzte einer langen Reihe im Unterhaltungsprogramm von ARD und ZDF.

Der Rettungsversuch für den "Musikantenstadl" ist grandios gescheitert: Mit der Kündigung von Andy Borg ("Zärtliche Augen") und diversen Neuerungen wurde ein großer Teil des Stammpublikums vergrault, jüngere Zuschauer konnte die "Stadlshow" aber auch nicht anlocken. Doch der "Stadl" ist bei Weitem nicht der einzige große Show-Flop der öffentlich-rechtlichen Sender.

"Wetten, dass..?" nach Gottschalk

Der ZDF-Klassiker "Wetten, dass..?" teilte ein ähnliches Schicksal. Die traditionelle Samstagabendshow hatte beim Ausstieg von Thomas Gottschalk ihre besten Zeiten ohnehin schon hinter sich. Als Markus Lanz 2012 das Ruder übernahm, ging es immer weiter bergab. Ein Quoten-Negativrekord reihte sich an den anderen, da konnten auch verzweifelt wirkende Manöver wie Cindy aus Marzahn als Co-Moderatorin nichts ausrichten. Dass sich der frühere Straßenfeger zum Trauerspiel entwickelte, darf natürlich nicht allein Lanz angekreidet werden. Die Kritiker sind sich nahezu einig: Das Format hatte sich schlicht überlebt. 2014 war der Show-Dino endlich museumsreif.

Gottschalk nach "Wetten, dass..?"

Thomas Gottschalk erging es ohne "Wetten, dass..?" auch nicht besser: Startete seine Talkshow "Gottschalk Live" 2012 noch mit über 4 Millionen Zuschauern, stürzten die Quoten schon bei der zweiten Folge ins Bodenlose. Die ARD versuchte das Prestigeprojekt danach mit allerlei halbgaren Änderungen zu retten, unter anderem indem "Gottschalk Live" dann doch nicht mehr live gezeigt wurde. Nach einem halben Jahr zog der Sender die Notbremse, die letzte Sendung wurde noch nicht einmal ausgestrahlt. Aufgefallen ist das aber so gut wie keinem.

Hunzikers Solo-Debakel

Mit "Die große Überraschungsshow" wollte das ZDF Gottschalks ewige Assistentin Michelle Hunziker als Hauptmoderatorin etablieren. Die Überraschung war allerdings eher unschön: Nachdem in der ersten Folge nur 3,32 Millionen Zuschauer einschalteten, wurde die Sendung umgehend wieder eingestampft.

Christian Rach beim ZDF

Falscher Mann im falschen Sender: Der langjährige RTL-Fernsehkoch Christian Rach und das ZDF - das wollte einfach nicht funktionieren. Weder "Rach tischt auf" noch "Rach und die Restaurantgründer" konnten beim Publikum punkten. Kaum kehrte der TV-Koch 2015 nach eineinhalb Jahren zu RTL zurück, war auch der Erfolg wieder da: Die erste Folge von "Rach undercover" wollten fast vier Millionen Zuschauer sehen.

Zum Glück einmalig: "Sing wie dein Star"

Glück im Unglück für die ARD: Eigentlich war "Sing wie dein Star" als Serie gedacht, da man jedoch nicht genug Promis zusammentreiben konnte, die sich auf der Bühne in der Rolle großer Popstars die Blöße geben wollten, beließ man es bei einer einmaligen Sendung. Darin traten dann etwa Francis Fulton-Smith als Freddie Mercury, Janina Hartwig als Madonna und Inka Bause im offenherzigen Kylie-Minogue-Outfit auf - wundert sich da wirklich jemand, dass die Show kapital floppte?

"Einfach magisch"

Als "Tagesschau"-Sprecherin ist Judith Rakers perfekt besetzt. Wie die ARD allerdings auf die Idee kam, der kühlen Blonden eine Primetime-Unterhaltungsshow zu geben, kann sich heute vermutlich keiner mehr erklären. Die Zaubershow "Einfach magisch" ließ im Dezember 2012 dann vor allem die Marktanteile des Ersten verschwinden: Nach einer desaströsen Einschaltquote von 6,7 Prozent blieb die erste Ausgabe von "Einfach magisch" auch die letzte.

Harald Schmidts missglücktes ARD-Comeback

Harald Schmidt wurde unter anderem mit "Schmidteinander" und der Rateshow "Pssst ..." bei der ARD groß, bevor er zu Sat.1 wechselte und mit der "Harald Schmidt Show" TV-Geschichte schrieb. Nach acht Jahren war dann wieder Zeit für einen Wechsel, die neue Sendung "Harald Schmidt" im Ersten sollte anders werden als der Vorgänger und etwa ohne Gäste auskommen. Das Konzept ging nicht auf und die neue Sendung verwandelte sich Schrittweise wieder zur "Harald Schmidt Show" zurück, ohne jemals an deren Erfolge anknüpfen zu können. Da konnte auch Oliver Pocher als Sidekick nichts retten, ein Versuch, mit einem Remake von "Pssst ..." an die ganz alten Zeiten anzuknüpfen scheiterte ebenfalls. Irgendwann fühlte sich Schmidt bei der ARD nicht mehr willkommen und kehrte zu Sat.1 zurück. (spot)

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Kommentare
noch verfügbare Zeichen
*****
B-Promi

Wird alles schön locker und leicht von der Zwangsgebühr bezahlt!

Petzen!#12
*****
Rockstar

Die ganzen Moderatoren da oben sind halt alles Langweiler(innen)

Petzen!#11
*****
Fan

ANTWORT Vom ORF:
AW: Andy Borg
musikantenstadl@orf.at (musikantenstadl@orf.at)
Der Kontaktliste hinzufügen
08.07.2015
[Behält diese Nachricht oben im Posteingang.]
musikantenstadl@orf.at
Sehr geehrter Herr,
vielen Dank für Ihr Mail!
Wir dürfen Ihnen die offizielle Stellungnahme der Ko-Partner ORF, ARD und SRF in dieser Angelegenheit vom Frühjahr 2015 übermitteln und bitten um Verständnis für die Entscheidung.
Die Partner ORF, ARD und SRF haben sich auf eine Reform der beliebten Eurovisionssendung „Musikantenstadl“ ab dem Herbst 2015 geeinigt, um den „Stadl“, dessen derzeitiger Vertrag bis Ende 2015 läuft, zukunftsfit zu machen. Dafür werden zahlreiche inhaltliche Weiterentwicklungen umgesetzt, die einerseits die Tradition der beliebten und starken Marke fortführen, andererseits das Spektrum der Zusehergunst über jenes des Stammpublikums hinaus erweitern. Ein erstes Signal für den „Stadl neu“, der auch verstärkt jüngere Zielgruppen ansprechen soll, ist eine neue Art der Präsentation – inhaltlich wie personell.
Andy Borg wird sich bei der Open-Air-Live-Sendung aus Pula am 27. Juni 2015 nach neun erfolgreichen gemeinsamen Jahren als Gastgeber des "Musikantenstadls" verabschieden: "Ich hab‘ mir so sehr gewünscht und dafür gekämpft, dass der ,Stadl‘ weitergeht. Dass ich bei der Verlängerung nun nicht mehr mit dabei sein werde, schmerzt natürlich. Mir haben die neun Jahre beim ,Musikantenstadl‘ jedenfalls sehr viel Spaß gemacht. Und ich wünsche den Zuschauern weiterhin viel Freude!"
ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner: „Jede große Marke braucht einen Erneuerungszyklus. Andy Borg hat den ‚Musikantenstadl‘ über viele Jahre hin geprägt. Im Namen unserer Zuseherinnen und Zuseher sowie des ORF und unserer Partner ARD und SRF bedanke ich mich herzlich für seine Leidenschaft, Energie, seine Liebe und seinen Einsatz für dieses Erfolgsformat. Als Nachfolger von Karl Moik hat er neue Impulse gegeben und mit dem Team gemeinsam eine Weiterentwicklung auf den Weg gebrach

Petzen!#10
*****
Fan

Mal was zum Schmunzeln: Hatte vor 2 Monaten einen Mailkontakt bzgl. Stadl mit dem ORF:
Meine Mail:
Liebes ORF- Musikantenstadl-Team,
heute habe ich der Presse entnommen das Herr Borg "ausgetauscht" werden soll. Begründung: Verjüngung.
Dazu mal ein paar Zeilen:
Selbst bin ich weder ein Musikantenstadl-Fan, noch einer von Andy Borg. Dennoch bin ich der Meinung das man nicht einfach so handeln sollte, über die Köpfe der Zuschauer hinweg. Ihre deutschen Kollegen können das übrigens auch sehr gut und wundern sich das immer weniger zuschauen.
Wenn ich so die Kommentare auf diversen Internetportalen und auch im Facebook betrachte, wird schnell klar, dass der Großteil der Zuschauer Herrn Borg weitersehen möchten.
Ferner stellt sich mir die Frage, welche Zielgruppe Sie damit gewinnen wollen? Man wird unterm Strich eher mehr verlieren.
Sendungen wie der Musikantenstadl sind nun mal weniger für das jüngere Publikum interessant. Die Schicht derer die ihn aber schaut, dürfte nicht unerheblich sein.
In den 70er, 80er Jahren hatte man kein Internet und es lief alles noch per Postkarte/Brief - Kritiken waren also aufwändiger zu handeln als heute, wo man per Web sich schnell klar würde, was der Zuschauer möchte und was nicht. Ich staune immer wieder wie diese, eigentlich sehr hochwertige und zuverlässige Möglichkeit nicht genutzt wird.
Man gewinnt den Eindruck (vielleicht ist auch so), die Sender beschliessen eine Änderung/ein neues Format, ohne Wissen ob der Zuschauer das annimmt.
Vielleicht sollte man statt imaginären Visionen, sich die Ideen bei denen holen, für die sie ausgestrahlt werden, nämlich beim Zuschauer.
Verjüngung (übrigens ein hässlicher Terminus), sollte und muß sein, aber nicht an allen Ecken und Enden, noch mit der Bechstange und nicht in jedem Format.
Ich hoffe diese konstruktive Kritik spiegelt meine derzeitige Einstellung zu der Sache wider.
Mit freundlichen Grüßen aus Deutschland
ANTWORT m nächsten Post

Petzen!#9
*****
Groupie

Ich bin zwar, was Ihre Sicht auf die Volksmusik-Sendungen angeht, absolut nicht derselben Meinung, Yakari, aber was leider wahr zu sein scheint: Ältere Zuschauer (und bzw. Zuhörer im Radio) interessieren die Macher nicht so recht. Sie gehören ja auch nicht zur "werberelevanten Zielgruppe" :(
Aktuelles (Radio-)Beispiel: Trotz massiver Proteste der bisherigen Stammhörer (nicht nur älterer!) wurde beim BR eine ganze Reihe beliebter spätabends gesendeter Rockmusik-Sendungen abgesetzt zu Gunsten eines Programms für die Jungen, beworben mit dem Slogan "diese neue Musik". Nichts dagegen, daß diese auch gespielt wird (die entsprechende Sendung gab's vorher auch schon an einem Abend pro Woche und permanent im Web-Radio), jetzt aber an allen 5 Werktagen) - aber zum Einen gibt's diese "junge" Musik auch sonst reichlich den ganzen Tag über und zum Andern wird keinerlei Ersatz angeboten für die "Alten" bzw. die Fans der vermeintlich alten Musik. Ich mag auch aktuelle Musik (nicht alles, aber das gilt für jede Art von Musik, schließlich ist das in jedem Genre Geschmackssache), ich bin durchaus offen für Neues - aber ich mag dafür nicht das Altbewährte und Beliebte aufgeben müssen.
Offenbar regiert in den Medien ein Jugendlichkeits- und Verjüngungswahn, und das ohne Rücksicht auf Verluste...

Petzen!#8