Lars von Trier: Hausverbot in Cannes
Es ist nicht immer nur eitel Sonnenschein in Cannes. Die Festivalleitung hat den skandalerprobten Filmemacher Lars von Trier (55) vom Festival ausgeschlossen. Grund waren von Triers Äußerungen auf einer Pressekonferenz zu seinem Film "Melancholia".
Der dänische Regisseur (u.a. "Dogville", "Antichrist") ließ sich zu antisemitischen Äußerungen hinreißen und verhedderte sich in Äußerungen über Adolf Hitler. Er sagte: "Ich verstehe Hitler. Ich glaube, dass er ein paar schlechte Dinge gemacht hat, klar, aber ich kann ihn mir in seinem Bunker vorstellen, am Ende. Er ist nicht unbedingt das, was man einen guten Kerl nennt. Aber ich verstehe vieles an ihm." Der peinliche Monolog gipfelte im Satz: "Okay, ich bin ein Nazi."
Kirsten Dunst, die in "Melancholia" eine tragende Rolle spielt, soll entgeistert daneben gesessen haben, so als könne sie ihren Ohren nicht trauen. Von Trier rechtfertigte sich hinterher damit, er hätte sich von den bohrenden Fragen der Journalisten zu einer Provokation hinreißen lassen. Es folgte eine offizielle Entschuldigung, in der er beteuerte, weder Nazi, noch Rassist oder Antisemit zu sein.
Viel geholfen hat es nicht. Der Präsident des Jüdischen Kongresses (EJC) forderte Konsequenzen, mit der Begründung, "Juden kämen als Ziel für zunehmende Intoleranz in Politik, Wissenschaft und Unterhaltung in Mode." Man denke in dem Zusammenhang nur an die Ausfälle von Modemacher John Galliano oder die antisemitischen Äußerungen von Mel Gibson.
Damit dürfte auch von Triers eigentlich aussichtsreicher Beitrag "Melancholia" aus dem Rennen um die Goldene Palme sein, mit der der beste Spielfilm ausgezeichnet wird. Im Jahr 2000 war er noch Preisträger in dieser Kategorie und nahm die Goldene Palme für "Dancer In The Dark" mit nach Hause.
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Jybox GURU 24.05. 20:00 Uhr 8 1
Allein schon für Frisur, Brille und Klamotten berechtigt !
Harka GURU 23.05. 12:13 Uhr 6 6
@Summerjam
Mit der Aussage, mit der er sich zu den Nazis bekennt, bekennt er sich auch zu deren Verbrechen und deren Ideologie. Dazu gehört zwingend die Herrenmenschentheorie, die Judenverfolgung und die Kriegsverbrechen. Man kann Isreal kritisieren, ein Überdenken der Ausländerpolitik verlangen oder Europa nicht gut finden auch ohne das machen, aber wer sich zu den Nazis bekennt, kommt um die Verantwortung für deren Verbrechen nicht herum. Da zu Trier aber mit Naziverbrechern in einen Topf geworfen werden will, kann das nur bedeuten, dass er deren Verbrechen klein redet und sie am Ende wohl gar leugnet. Egal ob er das tut oder nicht, er sich als kompletter Vollidiot geoutet.
sonar Normalo 23.05. 00:33 Uhr 5 1
Zorrojoven. Bei dem ersten Satz stimme ich dir zu. Nur beim letzten muss ich dir wiedersprechen. Nur weil man Jude ist, heisst es noch lange nicht, dass man nicht antisemitisch ist oder sein kann. Aber sicher. Wo bleibt hier die Demokratie und Meinungsfreiheit.
zorrojoven Fan 22.05. 18:33 Uhr 7 3
Diese Herrscher von Cannes müssen ziemlich engstirnig und kleinkariert sein. Der geniale von Trier hat eindeutig ironisch dieses Thema angesprochen. Außerdem kann er unmöglich antisemitisch sein, da er selber jüdischer Herkunft ist.
seppel1980 Paparazzo 22.05. 17:22 Uhr 8 11
mein gott, weshalb hat er sich denn zu solchen äußerungen hinreißen lassen? er ist ein guter regisseur, aber durch so einen mist macht er sich alles kaputt. schade!