20 Kommentare

"Köln 50667": Ruiniert die Sendung das Image Kölns?

Schon nach den ersten Folgen der Pseudo-Reality-Soap "Köln 50667" herrscht in Köln pures Entsetzen. Politiker fürchten um den guten Ruf der Frohsinnsmetropole am Rhein.

Dass die Sendung als rheinischer Ableger von "Berlin Tag und Nacht" sich nicht vorwiegend an Akademiker und hochkultivierte Liebhaber gehobener Fernsehunterhaltung richten würde, war wohl von vornherein klar.

Trotzdem lösten bereits die ersten Folgen des von manchen Leuten als "Asi-TV" deklarierten Formats heftige Proteste in der rheinischen Metropole des Frohsinns aus.

Die mitunter sehr pöbeligen Dialoge der Darsteller und die sehr unterwäschelastigen Geschichten scheinen selbst den mit allen kölnischen Wassern gewaschenen Kölnern zu primitiv. Was dann doch einigermaßen verwundert, wenn man einmal erleben durfte, welche Szenen sich regelmäßig in dieser Stadt an Karneval abspielen...

Wortführer der "Köln 50667"-Feinde ist CDU-Fraktionschef Granitzka, dem eigenen Aussagen zufolge bereits eine Kostprobe von wenigen TV-Minuten ausreichte, um in blankes Entsetzen zu verfallen.

"Das Image Kölns wird in den Schmutz gezogen" empörte er sich in einem Interview. Köln habe ohnehin schon mit einem etwas zweifelhaften Ruf zu kämpfen, diese furchtbare Sendung bringe nun endgültig das Kölsch-Faß zum überlaufen.

"Wir haben zu kämpfen mit Bierbikes, Karnevalsexzessen und Junggesellenabschieden in der Altstadt. Da können wir uns so etwas nicht auch noch leisten", schimpfte er.

Problematisch finde er, dass in der Sendung immer wieder Kamerafahrten durch die wunderschönen Sehenswürdigkeiten Kölns mit den unterirdischen Geschehnissen in den Wohnungen der Protagonisten kombiniert werden. So brenne sich dem Publikum die Kombination von Kölscher Skyline und degenerierten Lebensformen unweigerlich ins Gedächtnis ein.

Granitzka plant daher, zusammen mit anderen Parteien zu diskutieren, was man gegen diesen medialen Rufmord an seiner Stadt unternehmen könne. Vorstellbar sei etwa ein gemeinsames Schreiben an die Sendeleitung von RTL 2:

"Es soll ein Appell sein. Wir wollen die Macher darum bitten, nicht weiter ein Klischee zu erzeugen, das unserer Stadt nicht gerecht wird."

Ein Sprecher des Senders wies die Kritik an "Köln 50667" vehement zurück. In der Sendung gehe es nun mal "um Geschichten, die das Leben schreibt. Dass wir dabei den Nerv unserer Zuschauer treffen, zeigen uns die vielen positiven Kommentare sowie die hohe Einschaltquote".

Um die erhitzten Gemüter wieder abzukühlen gab er jedoch eine Entwarnung: Natürlich gehe es zu Beginn der Staffel erst einmal ziemlich zur Sache. "Wir können Ihnen aber versichern, dass der Ton auch wieder ruhiger wird", setzte er in Aussicht.

Die generelle Kritik am Niveau und der inhaltlichen Ausrichtung des Formats wies er jedoch deutlich zurück. "Reiche, schöne Menschen, die in Altbauvillen leben und gedrechselte Sätze sprechen, sind im deutschen Fernsehen bereits deutlich überrepräsentiert."

"Köln 50667" stehe nun mal für authentische Charaktere und wirklichkeitsnahe Geschichten - Geschichten also, wie sie sich täglich selbst im schönen "Kölle" abspielen.

Tipps der Redaktion
Originalbild nicht mehr verfügbar
TV ohne viel Textil "Köln 50667" macht sich nackig
schließen
Lies auch ...
Tori Spelling im April 2014 in Los Angeles
Kommentare
noch verfügbare Zeichen
*****
Fan

zu "Besser als das TierQuälerCamp.....Köln50667 ist auch was für Tierfreunde/Vegetarier."
so isses.

Petzen!#10
*****
B-Promi

assozialer gehts auch nich: zur hälfte pornoshow, zur anderen hälfte "mitten im leben" !!!
wer sowas gucken will muss schon 'n ding an der waffel haben!!!

Petzen!#9
*****
V.I.P.

Als zugezogener Koelner, kann ich sagen, das genau dieses Identitaetsproblem , das koelsche Problem ist. Lustig will man sein, Assi nicht, sber auch nicht ganz ernst genommen, libersl und dann lieber..... Das ist Koeln , nichts Ganzes und nichts Halbes. Nur beim Feiern, da.......

Petzen!#8
*****
Paparazzo

es kann ja nicht nur so hochwertige bildungsformate wie das djungelcamp geben^^

Petzen!#7
*****
Normalo

köln ist eine zu schöne stadt um so in den dreck gezogen zu werden, wie es dieser asozialer mist tut!

Petzen!#6
*****
Rockstar

Das ist asozial, ich hätte gar keine Zeit da mitzumachen, gehe jeden Tag arbeiten. Das ist ja Big Brother "außer Haus". Ich schau mir diesen Müll nicht an.

Petzen!#5
*****
GURU

Ne, es ruiniert die noch übrig gebliebene Fernsehlandschaft !

Petzen!#4
*****
Jetsetter

also, ich komm ja ursprünglich aus köln und in köln lauter kluge, gebildete und niveauvolle menschen zu erwarten, gibt wohl nur ne enttäuschung....klar gibts die, aber ob das die regel ist? ich kenn die sendung nicht, aber ich bin nicht umsonst von dort geflohen ;) allerdings ist wohl köln nicht die einzige stadt, in der proleten eine sendung für proleten drehen könnten. man kann sich wohl streiten, was schlimmer ist - die sendung oder die realität. vermutlich ist beides grausam.

Petzen!#3
*****
Normalo

Besser als das TierQuälerCamp.....Köln50667 ist auch was für Tierfreunde/Vegetarier.

Petzen!#2
*****
GURU

für ein solches format sind die kölner also zu humorlos. aha...

Petzen!#1