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Nacktfoto-Skandal – FBI schnappt den #TheFappening-Hacker

Jennifer Lawrence 2016 bei Vanity Fair Oscar Party
FOTOS: Einige der größten Skandale aus dem letzten Jahr

Hollywoodstar Jennifer Lawrence bei der Vanity Fair Oscar Party 2016 in L.A.  © gettyimages

Die Liste der US-Promis, deren PC gehackt wurde und dabei private Dateien, vor allem Nacktbilder, gestohlen wurden, ist lang. Auch Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence zählt zu den Geschädigten. Das FBI hat nun einen Tatverdächtigen festgenommen, dem fünf Jahre Gefängnis drohen.

Es war einer der größten Hacker-Skandale der letzten Jahre. Über 100 Apple- und Google-Konten von US-Promis wurden gehackt und illegal private Dateien, vor allem Nacktbilder von weiblichen Stars, gestohlen. Betroffen waren unter anderem Oscar-Preisträgerin Jennifer Lawrence (25, "Silver Linings"), Schauspielerin Kirsten Dunst (33, "Melancholia") und Model Kate Upton (23). Nun konnte das FBI einen Fahndungserfolg verbuchen und einen Tatverdächtigen festnehmen. Dem Mann aus Pennsylvania drohen fünf Jahre Gefängnis, wie die Staatsanwaltschaft von Kalifornien bekannt gab.

Die Verbreitung wird ihm nicht angelastet
Der 36-Jährige habe vor den Behörden zugegeben, dass er sich illegal Zugang zu den Daten verschafft habe. Er wird sich demnach wegen Betrug und Missbrauch der Privatsphäre schuldig bekennen. Der Tatverdächtige sei zwischen November 2012 und Anfang September 2014 durch ein Phishing-Schema an die Benutzernamen und Passwörter der Betroffenen gekommen. Er habe den Opfern E-Mails geschrieben, die so aussahen, als seien sie von Apple oder Google. Darin bat er die Personen nach ihren Usernamen und Passwörtern. Wenn diese reagierten, hatte er Zugriff auf die Konten.

Kaum hatte er Zugang zu den Accounts, habe sich der Mann an Videos und Bildern der Betroffenen bedient. Darunter waren auch etliche Nacktfotos. In manchen Fällen habe der 36-Jährige sogar ein Softwareprogramm verwendet und konnte somit den gesamten iCloud-Backup downloaden. iCloud ist ein Apple-Dienst, bei dem Daten online gespeichert werden können, ähnlich wie Google Drive. Allerdings wird dem Mann die Verbreitung der Nacktbilder, populär unter dem Hashtag #TheFappening, im Internet nicht zu Lasten gelegt. Dafür gibt es nach Aussagen der Behörden keine Beweise.

Passwörter müssen stark sein
Der Mann habe durch sein Verhalten bei den Opfern emotionalen Stress, Scham und Unsicherheit ausgelöst, erklärte David Bowdich vom FBI. Dies sei eine Verletzung der intimsten Privatsphäre. "Wir können allen Internetnutzern nur eindringlich raten, lediglich starke Passwörter zu verwenden. Und seien Sie skeptisch, ehe Sie auf E-Mails antworten, in denen nach Ihren persönlichen Daten gefragt wird", so Bowdich weiter.

Jennifer Lawrence hatte sich im Jahr 2014 gegenüber der "Vanity Fair" zu dem Vorfall geäußert: "Dies ist kein Skandal. Es ist ein Sexualverbrechen. Es ist Missbrauch. Es ist widerlich." Es ist nicht der erste "Celebhack", der Hollywood erschüttert hat. 2011 veröffentlichte ein Hacker bereits Nacktfotos unter anderem von Schauspielerin Scarlett Johansson (31, "Don Jon"). Der Mann wurde ein Jahr später zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt. (spot)

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Kommentare
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Paparazzo

@Harka: Verzeih' die späte Antwort, ich bin dabei, mich hier etwas zurückzuziehen. Natürlich ist Ignoranz und Naivität meist das Hauptproblem - da hast Du schon recht. Trotzdem würde ich einige Anbieter nicht so leicht aus der Verantwortung nehmen. Zum Beispiel bei Apple ist vielen Kunden gar nicht so recht klar, wo ihre Daten bei dem ach so praktischen automatischen Backup landen und das Unternehmen nimmt diese Unwissenheit dankend in Kauf, da sich viele der Kunden sonst womöglich für eine andere Backup-Lösung entscheiden würden.

Petzen!#8
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GURU

@OlegPopolek
Es sind nicht die Anbieter schuld, wenn die User nicht mal die einfachsten Regeln des Datenschutzes beachten. Die betroffenen User stehen in einer Reihe mit Leuten, die ihre Bank-PIN auf die Chipkarte schreiben oder ihre Passwörter an eine öffentlich Pinnwand schreiben. Wenn man ohne Fallschirm in 5000 m Höhe aus einem Flugzeug springt, kann man sich bis 10 m Höhe vor dem Aufschlag sicher erfolgreich einreden, dass man keinen Fallschirm braucht, denn bis hierher ging ja alles gut. Dennoch dürfte klar sein, wie die Sache 10 m weiter unten endet.

Petzen!#7
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V.I.P.

....das ist nun der Dank, dass er der Menschen unzählige Einblicke, mitunter höchst interessanter und geradezu anregender Art, in das Privatleben von Stars ermöglicht hat......

Petzen!#6
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GURU

da haben die mal einen geschnappt von vielen !

Petzen!#5
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Paparazzo

Warum richtet sich die Empörung nie gegen die Dienstanbieter, die ihren Kunden ohne Scham in's Gesicht lügen, wenn sie behaupten, dass Cloud-Dienste absolut sicher wären? Nichts aber auch gar nichts in der realen Welt ist absolut sicher, außer dass wir alle eines Tages sterben müssen. Jeder Internet-Dienst kann mit dem nötigen Aufwand geknackt werden. Anstatt das Unmögliche zu versprechen, sollten Dienstanbieter alles tun, um diesen Aufwand so hoch wie möglich zu halten. Dem Kunden erst ein Sicherheitsversprechen zu geben und ihm dann sagen, dass er selbst Schuld ist, wenn er auf einen Fishing-Betrug reinfällt... typisch Apple. Das Problem besteht meiner Meinung nach nur, weil Firmen wie Apple ihre Kunden mit der Werbelüge, dass bestimmte Techniken ja so einfach sind, hinter's Licht führen. Die Kunden wagen sich dann gutgläubig in gefährliche Situation, die eigentlich zu kompliziert für sie sind und das Unternehmen, was daran verdient hat, sagt am Ende: "och, das ist jetzt Dein Problem - selbst Schuld, wenn Du nicht aufpasst"

Petzen!#4